Qualität der Pflanzenkohle

Qualität der Pflanzenkohle

Bedeutung einer qualitätsgesicherten Pflanzenkohle (Teil 2)

Es ist zu befürchten, dass über die steigende Nachfrage aber auch belastete Pflanzenkohle von unseriösen Produzenten den Weg in das Nutztier, auf den Acker oder den heimischen Garten findet. Die Lebensmittel- und Tierfutterskandale der jüngeren Vergangenheit sind da leider warnendes Beispiel. Aber auch für den ehrbaren Kaufmann ohne jegliche kriminelle Absicht stellt die Produktion und der Absatz von „beliebiger“, nicht kontrollierter Pflanzenkohle (z.B. Grill-Holzkohle) ohne Rohstoffnachweise und Einhaltung von Grenzwerten (z.B. Schwermetalle, Dioxine, PAK, Strahlung etc.) ein erhebliches Risiko dar. Das Inverkehrbringen eines gefährlichen Stoffes zieht unabsehbare haftungsrechtliche und ggf. strafrechtliche Folgen nach sich! Allen Herstellern und Anbietern muss vollkommen klar sein, dass ausschließlich qualitätsgesicherte Pflanzenkohle auf den Markt gebracht werden darf. Auch wird viel Aufklärungsarbeit zu leisten sein, um den Nutzer, den Endverbraucher, bezüglich der Risiken von nicht zertifizierter Ware zu sensibilisieren.

In diesem jungen Markt kann ein Skandal mit belasteter Pflanzenkohle die Nachfrage nach dem Produkt vollständig zum Erliegen bringen und die gesamte Branche ins Mark treffen! Zudem sind weitreichende Auswirkungen auf eventuell anstehende Genehmigungsverfahren zu erwarten. Die Hürden für wünschenswerte Aufnahmen in weitere Positivlisten (z.B. DLG, (EWG) 2092/91 ökologischer Landbau) werden zusätzlich erhöht. Aufgrund dieser möglichen Risiken wurde der Antrag zur Aufnahme in die DLG Positivliste bereits 2013 unter anderem mit folgender Begründung abgewiesen:

„Die Kommission sieht ferner ein nicht unerhebliches Risiko in der Verwendung von nicht futtermitteltauglicher und deutlich billigerer Holzkohle sowie große Qualitätsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Bindungskapazitäten“.
(Quelle: Ablehnungsbescheid Positivliste für Einzelfuttermittel, 10.05.2013)

Über den Autor

Andreas Dinnebier

Als Unternehmensberater denke ich in Strukturen und bleibe auf eine konstruktive Weise immer kritisch, mir selbst und anderen gegenüber. Davon profitieren in erster Linie meine Kunden, die ich dazu motiviere, ihre gewohnten Abläufe regelmäßig in Frage zu stellen.

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