Marktentwicklung Pflanzenkohle

Marktentwicklung Pflanzenkohle

Bedeutung einer qualitätsgesicherten Pflanzenkohle (Teil 1)

Marktentwicklung Pflanzenkohle
Der Markt für industriell hergestellte Pflanzenkohle ist sehr jung.

Das Wissen über den Nutzen von in den (Acker-)Boden eingebrachter Holzkohle war zwar frühen Kulturen in aller Welt bekannt (Stichwort: Terra Preta), geriet aber im Laufe der Geschichte wieder in Vergessenheit. Erst heute gelingt es Wissenschaftlern, dieses alte Wissen wieder zu ergründen und neue Anwendungen für auf Pflanzenbasis erstellte Kohle zu entwickeln. Pflanzenkohle wird in Deutschland erst seit wenigen Jahren industriell für den Einsatz in Landwirtschaft und Viehzucht produziert.

Dieser junge Markt für Pflanzenkohle zeichnet sich durch folgende Faktoren aus:

  • Das Produkt ist in der Öffentlichkeit noch relativ unbekannt.
  • Das Image des Produktes ist (bei Eingeweihten) sehr positiv (Nachhaltigkeit, „grüne“ Technologie)
  • Die Verfahrenstechnik wird laufend fortentwickelt und optimiert.
  • Qualitätsstandards werden gerade jetzt erst festgelegt und setzen sich nur langsam durch.
  • Eine Marktbereinigung bei den Anbietern – die sprichwörtliche Trennung von Spreu und Weizen – hat noch nicht stattgefunden.

Bei Pflanzenkohle handelt es sich also heute um ein Nischenprodukt, deren vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zurzeit nur wenigen eingeschworenen Nutzern bekannt sind. Die öffentlichen Berichterstattungen zum Thema nehmen zwar zu, jedoch fehlt es dem Produkt immer noch an der notwendigen medialen Aufmerksamkeit. Bislang wird das Wissen um den Nutzen der Pflanzenkohle einer breiten Öffentlichkeit leider nicht ausreichend zugänglich gemacht. Mit der Gründung des Fachverbands für Pflanzenkohle im Februar 2017 könnte hier ein Schritt in die richtige Richtung erfolgen.

Bereits jetzt lässt sich diese Prognose für den Markt der Pflanzenkohle stellen:
Mit steigendem Interesse und Erhöhung der Nachfrage für Pflanzenkohle werden mehr Hersteller ihre Produkte am Markt anbieten. Mittelfristig ist daher mit einem sinkenden Durchschnittspreis der Pflanzenkohle zu rechnen. Der damit verbundene Zwang zur Kostenoptimierung erhöht den Druck auf die Produzenten. Dies wird sich zwangsläufig auf die Qualität der Biomasse und Pflanzenkohle, die Herstellungsprozesse und die Standortfrage auswirken.

Über den Autor

Andreas Dinnebier

Als Unternehmensberater denke ich in Strukturen und bleibe auf eine konstruktive Weise immer kritisch, mir selbst und anderen gegenüber. Davon profitieren in erster Linie meine Kunden, die ich dazu motiviere, ihre gewohnten Abläufe regelmäßig in Frage zu stellen.

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